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Faust 2 Version 1


In einem - wenn auch sehr profanen - Wort beschrieben ist Goethes Faust 2 nichts anderes als ein Proto-Roadmovie. Faust ist gelutert und niedergeschlagen vom Gretchendrama, und versinkt gewissermaen in phlegmatischer Eremitage im ersten Akt "Anmutige Gegend". Doch der Teufel schlaft nicht! Mephista (in dieser Version des Dramas ist Mephisto verweiblicht) heckt schon neue Plne aus: Dem Kaiser will sie mit der Einfhrung des Papiergelds aus einer wirtschaftlichen Misere helfen - den Kaiser freut's und er will mehr: Paris und Helena diese griechische Tragdie und deren Charaktere haben es ihm angetan, die will er haben. Die Originale wohlgemerkt! Faust verspricht leichtsinnig dem Kaiser zu geben, was des Kaisers ist - whnt er sich doch in der Obhut des "Alles-Ermglichers": Mephista.

Diese muss jedoch abwinken: Fr derlei heidnische Gespenster sei sie als katholischer Teufel nicht zustndig. Das berschreite auch ihre Kompetenzen. Doch wie immer gibt es einen - nicht ganz ungefhrlichen Weg. Das Road-Movie auf der Bhne beginnt.

Nach dem Abstieg in die klassische Unterwelt (Klassische Walpurgisnacht), wo Homunkulus, die Geist-Kreatur Wagners sich mit den Elementen verbindet, Mephista ihre klassischen Kollegen, die Phorkyaden entdeckt und Faust sein philologisches Paradies findet, verliebt sich Faust in Helena und will diese fr sich allein beanspruchen. Mephista muss mit einer List Helena auf Faust aufmerksam machen. Helena und Faust finden sich, haben ein Kind (Euphorion) zusammen, welches jedoch stirbt. Helena kommt zum Schluss, dass Glck und Schnheit sich nie vereinen werden und verlsst Faust. Bevor dieser alt und gebrochen - jedoch reich und wohlhabend - in seinem Palast am Meere stirbt und von den Engeln Mephista entrissen wird, muss er noch fr den im Stich gelassenen Kaiser einen Krieg gewinnen - was er natrlich mit Mephistas Hilfe schafft, und so ja letztendlich zu seinem Reichtum kommt.

Wie man sieht ein erheblicher Stationenlauf. Das ganze musste in einem statischen Bhnenbild, das nur wenige Umbauten zulassen konnte passieren. Hier wurde versucht viele Szenerien mittels Licht zu suggerieren. Weiters war auch die Musik und diverse Texteinspielungen sowie die traumhnlichen Projektionen auf den rckwrtigen Vorhang fr die Orientierung im Stck wichtig. Fr das Bhnenbild zeichnete Weber Christina verantwortlich, deren Hauptaufgabe darin bestand ein statisches Bhnenbild zu schaffen, das jedoch mit ein paar Handgriffen der Schauspieler eigentlich doch noch recht wandlungsfhig bleiben soll. So wurde in enger Zusammenarbeit mit Bhnenbild, Projektion, Ton und Licht versucht die unzhligen Szenerien zumindest zu suggerieren. Die Grundidee bestand darin, all diese fantastischen Orte (v.a. in der Klassischen Walpurgisnacht) als eine Fantasie, als ein Hirngespinst, Fausts zu sehen, der sich das in seiner Bibliothek sitzend zusammenreimt.

Bildnachweis: Alle Fotos von Christina Weber

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